Nach 14 Jahren wegen Raubüberfall verurteilt
Mehr als vierzehn Jahre dauerte es, bevor sich der mutmaßliche Täter eines Überfalls auf einen Würzburger Gastwirt vor Gericht verantworten musste. Der 39-jährige Frankfurter wurde am Montag vom Schöffengericht wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Später Abend am 29. August 1994: Der Wirt eines Innenstadt-Restaurants geht nach Hause in sein ein-Zimmer-Appartment am Johanniterplatz. Im Treppenhaus bleibt es dunkel, jemand hat die Glühbirne herausgedreht. Als der Gastronom seine Wohnungstür aufschließen will, stülpt ihm jemand von hinten eine Stofftasche über den Kopf, entreißt ihm seine Mappe mit den Tageseinnahmen und läuft davon.
Die Mape wird später in der Domerschulstraße gefunden. Alles ist drin, nur umgerechnet rund 700 Euro Bargeld fehlen. An der Glühbirne, am Lampenschirm, im Sicherungskasten desw Hauses und an dem Umschlag, in dem der Überfallene das Geld aufbewahrte. findet die Polizei Fingerspuren.
Zu wem die Fingerabdrücke gehören, stellten die Ermittler erst zehn Jahre später fest: 2004 wurde gegen den Angeklagten wegen Betäubungsmittel-Besitzes ermittelt und dabei routinemäßig seine Fingerabdrücke genommen. Es waren die gleichen wie am Tatort des Raubüberfalls.
Danach verschwand die Akte erst einmal ein paar Jahre im System, erst jetzt saß der 39-Jährige, der mittlerweile in Frankfurt wohnt, vor dem Amtsgericht auf der Anklagebank. Er stritt die Tat ab und präsentierte eine Erklärung für die Tatsache, dass der Tatort und der Geld-Umschlag mit seinen Fingereabdrücken übersäht waren.
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Frankenhalle: Abriss oder Ersatz-Theater?
500.000 Euro für den sofortigen Abriss oder mehrere Millionen für eine Sanierung? Vor dieser Frage steht der Würzburger Stadtrat, wenn er bei den Haushaltsberatungen in der kommenden Woche über die Zukunft der maroden Frankenhalle entscheiden muss.
Das denkmalgeschützte Gebäude, in den Jahren 1927/1928 für landwirtschaftliche Ausstellungen und Viehversteigerungen erbaut, befindet sich gegenüber dem Kulturspeicher und wurde früher auch für Rockkonzerte mit Größen wie AC/DC und andere Veranstaltungen genutzt. Inzwischen ist sie in einem so schlechten Zustand, dass sie entweder sofort abgerissen oder erneuert werden muss.
Laut Stadtkämmerer Christian Schuchardt muss der Würzburger Stadtrat deshalb nächste Woche auf jeden Fall Geld ausgeben. Die Abrisskosten werden auf eine halbe Million beziffert. Für eine Sicherung der Kernhalle, die dann für Veranstaltungen vermietet werden könnte, veranschlagt Schuchardt rund 3,3 Millionen Euro.
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120:0 - Marion Reuther als MdB-Kandidatin aufgestellt
Die Sozialdemokraten im Bundeswahlkreis Würzburg haben am Freitag ihre Geschlossenheit demonstriert und Marion Reuther einstimmig als Kandidatin für die Bundestagswahl am 29. September 2009 nominiert. Die Delegierten aus Stadt und Landkreis Würzburg votierten mit 120:0 für die 55-jährige Lehrerin aus Margetshöchheim.
„Ungültige Stimmen: Null! Enthaltungen: Null! Gegenstimmen: Null!“, rief Gastgeber Udo Feldinger, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Heidingsfeld, im Radlersaal ins Mikrofon. Marion Reuther erhält minutenlangen donnernden Applaus, sie winkt freudestrahlend ins Publikum, auch ein paar Tränen fließen.
„Es ist unglaublich, es ist überwältigend. Danke, danke, danke“, sagt die dreifache Mutter, die im kommenden Jahr den Bundestagsabgeordneten Walter Kolbow in Berlin beerben soll. Kolbow macht nach acht Wahlperioden und 29 Jahren im Bundestag Schluss.
„Das bewegt mich schon, dieser Tag ist nicht leicht für mich“, sagte Kolbow in seinem Rechenschaftsbericht, der gleichzeitig eine Abschiedsrede an die Genossen war. „Zwischen Margetshöchheim und Marokko, Veitshöchheim und Vietnam, Würzburg und Washington, zwischen dem Wahlkreis und der Welt“ sei er seit 1980 als Bundestagsabgeordneter, parlamentarischer Staatsekretär und stellvertretender SPD-Fraktionschef tätig gewesen, so der 65-Jährige: „Ich war euer Abgeordneter, und darauf war ich stolz.“
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Jetzt auch Jugendliche mit Migrationshintergrund beim SJR
Der Stadtjugendring (SJR) hat Zuwachs bekommen: Bei der Herbstvollversammlung am Donnerstag wurden mit der Nachwuchsabteilung der Karnevalsgesellschaft Knorrhalla und „X-Vision“ die Jugendverbände Nummer 42 und 43 einstimmig in den SJR aufgenommen.
Um's liebe Geld ging es auch wieder beim Dachverband der freien Würzburger Jugendarbeit, der von der Stadt Würzburg finanziell jährlich mit rund 180.000 Euro ausgestattet wird. Aufgrund der unvorhergesehenen Kündigung von Verwaltungskraft Christiane Reum musste der Etat für 2009 kurzfristig um 8.000 auf rund 419.000 Euro angehoben werden. Die 41 Delegierten ließen sich den Haushaltsansatz genau erklären, stellten kritische Zwischenfragen, erhielten befriedigende Antworten und erteilten schließlich ihre ungeteilte Zustimmung.
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Baskets und Ladybaskets siegen weiter
Heute mache ich es mir einfach und lasse die Presseabteilung der Würzburg Baskets und der TGW-Frauen sprechen, wenn sie sich schon die Mühe gemacht haben, Mitteilungen zu den beiden Siegen von gestern zu schicken.
Regionalliga Südost Herren: Würzburg Baskets weiter ungeschlagen
Nach dem 106:71 Auswärtssieg in Ansbach, vor ca. 150 (!) mitgereisten Fans, bleiben die Würzburg Baskets in dieser Saison weiter ungeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Berthold Bisselik fand gut ins Spiel und konnte sich schnell einen Vorsprung erarbeiten, der aber bis Mitte des 2. Viertels wieder verspielt wurde.
Den Ansbachern gelang es nun ihrerseits, eine Führung von 6 Punkten herauszuspielen. Nach einem Weckruf von Bisselik und Lars Buss ging unser Team mit einem hauchdünnen Vorsprung von 2 Punkten (47:45) in die Halbzeit.
Nach der Pause war es dann das Spiel der Baskets, welche völlig anders auftraten. So führte Spielmacher Stanley Hodge (Foto (c) P.Wötzel) wieder glänzend Regie, "Brazzo" Henneberger packte die Dreier aus und so konnte bis Ende des 3. Viertels ein deutliches 79:58 für die Baskets herausgespielt werden.
Im letzen Viertel wurde der Vorsprung weiter ausgebaut, unter anderem deshalb, weil sich auf Seiten der Ansbacher der dünn besetzte Kader bemerkbar machte und die Baskets weiter engagiert zu Werke gingen.
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Jin Wang wird beurlaubt und ist sich keiner Schuld bewusst
Das Publikum steht voll hinter ihm, das Orchester und sein Arbeitgeber nicht mehr: Dirigent Jin Wang, seit zwei Jahren Generalmusikdirektor (GMD) des Würzburger Mainfranken-Theaters, wurde am Freitag von der Stadt Würzburg mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Würzburger Stadtrat hatte sich am späten Donnerstagabend in nicht öffentlicher Sitzung über die Weiterbeschäftigung des GMD beraten und die sofortige Beurlaubung „bei vollen Geld- und Sachbezügen“ und ein Hausverbot beschlossen. Den Grund für seine Beurlaubung gab die Stadt nicht bekannt.
Jin Wang kam am Freitagvormittag gerade von einer Probe mit dem Philharmonischen Orchester, als er vom städtischen Kulturreferenten Muchtar Al Ghusain und Personalreferent Christian Schuchardt über Beurlaubung und Hausverbot informiert wurde. „Ich durfte nicht einmal meine privaten Sachen aus dem Büro holen“, erklärte der vom Würzburger Publikum stets gefeierte Dirigent im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Zuletzt hatte er im September für die Puccini-Oper Turandot am Mainfranken Theater und am vergangenen Samstag bei einem Konzert in der Musikhochschule stehende Ovationen erhalten. „Ich habe hart mit dem Orchester gearbeitet, wir haben zusammen ein neues künstlerisches Niveau erreicht“, betont Wang.
Trotzdem wehte ihm in Würzburg von Anfang an, nicht zuletzt aus dem Orchester selbst, ein scharfer Gegenwind ins Gesicht. Dem Orchester war der Chinese mit österreichischem Pass offenbar zu autoritär, von hoher psychischer Belastung, Furcht und sogar von Erniedrigungen der Musiker war die Rede. Im Oktober hatten sich die Orchester-Mitglieder mit überwältigender Mehrheit gegen eine Verlängerung von Wangs Engagement ausgesprochen. „Kleinere Konflikte zwischen Dirigent und Orchester sind auf der ganzen Welt normal. Ich musste wegen einiger Angewohnheiten des Orchesters hart kämpfen. Musiker müssen bei einer Probe auch vorbereitet sein, das war nicht immer der Fall“, betont der GMD.
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Kleiner darf sechs Jahre weitermachen
Würzburgs Umwelt-und Kommunalreferent Wolfgang Kleiner (CSU) ist am Donnerstag vom Stadtrat im Amt bestätigt worden. Der 49-Jährige erhielt im ersten Wahlgang 29 von 50 abgegebenen Stimmen. 20 Stimmen waren ungültig, nach dem Kommunalwahlrecht gab es damit nur eine Gegenstimme für Kleiner. Im Oktober hatte der Stadtrat beschlossen, Kleiners Amt nicht neu auszuschreiben.
Die Fraktionen der Grünen und der SPD waren nicht zufrieden mit Kleiners Arbeit und hatten sich ursprünglich für eine Neu-Ausschreibung ausgesprochen. „Ich werde mir die Kritik zu Herzen nehmen, auch mit 49 Jahren ist man noch lernfähig“, sagte Kleiner nach seiner Wahl.
Gäste müssen am 28. November versorgt werden
Die Geschäfte in der Würzburger Innenstadt dürfen am 28. November nun doch bis 22 Uhr öffnen. Auf Antrag der Stadtverwaltung erteilte das Bayerische Sozialministerium eine Ausnahmegenehmigung für die Zeit nach 20 Uhr. „Wir konnten den Bedarf klarmachen“, so Oberbürgermeister Georg Rosenthal.
Am Vortag des ersten Advents-Wochenendes wird der Würzburger Weihnachtsmarkt eröffnet, gleichzeitig soll der neu gestaltete Untere Marktplatz eingeweiht werden. Im ersten Anlauf war der Würzburger Antrag abgelehnt worden, jetzt darf der Einzelhandel innerhalb des so genannten „Bischofshuts“ zur „Versorgung der Gäste“ ausnahmsweise länger öffnen.
Kongress-Erweiterung auf der Tagesordnung
Noch stehen keine Mittel dafür im städtischen Haushalt, trotzdem gibt es laut Oberbürgermeister Georg Rosenthal keinen Stillstand bei den Planungen für eine Kongress-Erweiterung in Würzburg. Das vor drei Jahren schon einmal gescheiterte Projekt firmiert als Erweiterung des bestehenden Congress-Centrums Würzburg (CCW) weiterhin unter der Bezeichnung „CCW plus“ und soll der Kongress-Stadt Würzburg laut Tourismus-Chef Dr. Peter Oettinger „einen weiteren Schub verleihen“.
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Straßenbahn-Trassen-Erkundung fast abgeschlossen
Aus drei mach eins – vor dieser Aufgabe steht im kommenden Jahr der Würzburger Stadtrat, wenn er sich für eine von drei Trassen für eine neue Straßenbahnlinie durch den Stadtteil Frauenland hinauf zum Uni-Campus am Hubland entscheiden muss. Derzeit werden die drei Alternativen genau untersucht, von denen zwei am Weltkulturerbe der Würzburger Residenz vorbei führen.
Seit sich der Stadtrat im vergangenen Jahr erst einmal für drei von ursprünglich neun Trassenvarianten entschieden hat, scheint es um das Projekt still geworden zu sein. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Untersuchung der drei Strecken steht kurz vor dem Abschluss, Anfang des kommenden Jahres sollen die Ergebnisse den Bürgern präsentiert werden. „Wir wollen eine öffentliche Diskussion in einer Bürger-Planwerkstatt“, erklärte Paul Lehmann, zuständiger Bereichsleiter bei der Würzburger Straßenbahn GmbH, bei einer Informationsveranstaltung für die Bürger im Frauenland am Dienstag. Erst danach soll sich der Stadtrat für eine Variante entscheiden.
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St. Florian lässt mal wieder grüßen: Einer ist gegen die Siligmüllerbrücke
Güterzug- und Autolärm und die Feinstaubbelastung sind weiterhin drängende Themen bei den Bewohnern im Unteren Frauenland. Entsprechend gut besucht war eine Informationsveranstaltung der Stadtteilinitiative am Dienstag im Luisengarten, bei der auch über die neue Straßenbahn-Planung berichtet wurde.
Sehr interessiert betrachteten gut 60 Bürger im voll besetzten Nebenraum der Gaststätte drei mögliche Trassen für die neue Straßenbahnlinie durch ihren Stadtteil hinauf zum Hubland-Campus. Mitte des kommenden Jahres wird der Stadtrat sich für eine der drei Varianten entscheiden. Die Detailuntersuchungen stehen kurz vor dem Abschluss, zu Beginn des neuen Jahres sollen die Bürger ihre Vorstellungen und Ideen in einer Bürgerplanwerkstatt einbringen. „Wir wollen eine öffentliche Diskussion“, erklärte Paul Lehmann, zuständiger Bereichsleiter bei der WSB.
Auch an der Bewerbung für die Landesgartenschau (LGS) 2016 sollen sich die Bürger intensiv beteiligen: Am 6. Dezember wird es, wieder in der Franz-Oberthür-Schule, eine LGS-Bürgerplanwerkstatt geben, kündigte Umweltreferent Wolfgang Kleiner an. Durch die LGS erwartet Kleiner zahlreiche positive Effekte für den geplanten neuen Stadtteil auf dem Leighton-Areal, die Entwicklung der Straßenbahn und damit nicht zuletzt auch für das Frauenland. Sorge bereitet den Menschen dort nach wie vor die gesperrte Siligmüllerbrücke, die im Frühjahr abgerissen wird. Nur ein Zuhörer, ein Bewohner aus der Siligmüllerstraße, sprach sich gegen einen Neubau der Brücke aus.
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Metropolregion Nürnberg: Würzburg bleibt passiv
Die Stadt Würzburg bleibt vorerst nur passives Mitglied der Metropolregion Nürnberg. Der Hauptausschuss des Stadtrates hat am Montag nach einer zweistündigen Diskussion einstimmig beschlossen, die Entscheidung über einen offiziellen Beitritt auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Bis dahin soll geklärt werden, ob sich auch der Landkreis Würzburg beteiligt und ob auch ein Beitritt zur Metropolregion Frankfurt möglich ist.
Wie berichtet, ist Würzburg bereits seit 2005 zahlendes Mitglied der Metropolregion Nürnberg (MRN). Bislang fehlt aber ein offizieller Beitritt durch Beschluss des Stadtrats, den Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) in dieser Woche nachholen wollte.
In der Sitzung am Montag zeigten sich einige Räte überrascht, dass die Stadt schon seit drei Jahren Mitgliedsbeiträge zur MRN bezahlt, in diesem Jahr sind es 6.644 Euro. Von einem „Alleingang der ehemaligen Oberbürgermeisterin Pia Beckmann (CSU) sprach der SPD-FRaktionsvorsitzende Hans-Werner Loew.
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Rosenthal: Antisemitismus und Rassismus ächten!
Mit einer Gedenkfeier am ehemaligen Standort der Würzburger Synagoge in der Domerschulstraße haben am Sonntagabend mehr als 200 Bürger und Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft schweigend der Pogromnacht vor 70 Jahren und deren Opfer gedacht.
Oberbürgermeister Georg Rosenthal forderte dazu auf, den Antisemitismus und jede Form von Rassismus und Extremismus zu ächten: „Niemand darf tatenlos zusehen, wenn heute Menschen aus unserer Mitte angegriffen werden.“
Schon einmal, nämlich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatten sich zahlreiche Würzburger Bürger im Gefolge der Gestapo, SA- und SS-Schergen in der Domerschulstraße versammelt.
„Sie machten mit oder sahen zu“, sagte Rosenthal. Dort, wo heute das Diözesan-Archiv steht, verwüstete der Mob die Synagoge der jüdischen Gemeinde und das Wohnheim der Israelitischen Bildungsanstalt.
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Austern und Bremser bei Martini-Kirchweih
So etwas gibt es wahrscheinlich nur bei der Martini-Kirchweih des Mainfranken-Kreises (MFK): Echte französische Austern zusammen mit einem späten, aber süffigen fränkischen Federweißen.
Seit 1972 veranstaltet der MFK, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, die traditionelle Martini-Kirchweih, deren Leckereien immer zahlreiche Besucher anziehen. Es gab schon Regen oder Schnee, aber dieses Mal hatten die Veranstalter Glück, bei strahlendem Sonnenschein konnten Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und die Kapelle St. Josef um elf Uhr die Kirchweih eröffnen.
Der Federweiße vom Weingut Marenghi war knapp kalkuliert: Kurz vor Ende der Veranstaltung um 15 Uhr war kein einziger Tropfen der 125 Liter mehr übrig. Auch am Stand daneben gab es nur noch fränkisches Graubrot mit angemachtem Camembert, die leckeren Schmalzbrote waren aus. „Wir sind zufrieden, Wetter und Besuch haben gepasst“, sagte der MFK-Vorsitzende Georg Götz.
Derweil schlürften ein paar Meter weiter zwei Frauen die letzten der französischen Austern, die für 1 Euro das Stück angeboten wurden. Die Meeresfrüchte und andere Fische wie Seewolf, Dorade und Wolfsbarsch stammten aus der Region von Würzburgs Partnerstadt Caen in der Normandie und wurden anläßlich des 40. MFK-Geburtstags in das Kirchweih-Programm aufgenommen.
Die Kinder konnten sich auf dem Dampfkarussell der Familie Roth vergnügen, die unermüdlichen Mitglieder der Würzburger Geschichtswerkstatt hatten neben ihren beliebten Publikationen wie immer auch ein paar persönliche Anekdoten im Angebot.
Würzburg-SPD steht hinter Marion Reuther
Zu Beginn herrschte düstere Stimmung, am Ende spürbarer Optimismus: Nach einer schonungslosen Wahlkampf-Analyse von Landtagskandidat Marco Schneider hat sich der Mitgliederkonvent am Freitag einstimmig für Kreisrätin Marion Reuther als Kandidatin für die Bundestagswahl ausgesprochen.
Rund 60 Würzburg Sozialdemokraten waren ins Fechenbach-Haus gekommen, um sich einen persönlichen Eindruck von der 55-jährigen Lehrerin zu machen, die bei der Bundestagswahl am 29. September 2009 Walter Kolbow beerben soll. Marion Reuther wurde bereits im Juli vom SPD-Bundeswahlkreis-Vorstand einstimmig als Nachfolgerin für Kolbow vorgeschlagen, der seine politische Karriere nach acht Wahlperioden und 29 Jahren im Bundestag beenden wird. „Mit 66 Jahren ist es an der Zeit, für das Alter neue Schwerpunkte zu setzen“, sagte Kolbow am Freitag. Der Abschied falle ihm nicht leicht, „aber mit Marion Reuther als Nachfolgerin fällt er mir erheblich leichter“.
Die 55-jährige Konrektorin der Volksschule Margetshöchheim ist seit zwölf Jahren SPD-Mitglied und ebenso lange Gemeinderätin in Margetshöchheim. Im März wurde sie nach 2002 zum zweiten Mal in den Kreistag gewählt. Vor gut einem Jahr saß sie im Reichtags-Gebäude in Berlin im Plenarsaal des Bundestags auf der Zuschauertribüne. Dabei ist wohl der Entschluss gereift, bei der Bundestagswahl anzutreten: „Ich will in Zukunft im Bundestag nicht nur zuschauen, sondern selbst etwas bewegen“, sagte Reuther.
„Von der Basis für die Basis“ lautete dabei ihr wichtigstes Motto. Auch als Bundestagsabgeordnete will sie weiterhin regelmäßig in den Ortsvereinen präsent sein und die Anliegen der Menschen in Stadt und Landkreis mit nach Berlin nehmen, versprach Reuther der Würzburg-SPD. Ihre Aufstellung am kommenden Freitag bei der Bundeswahlkreiskonferenz im Radlersaal in Heidingsfeld dürfte nur Formsache sein.
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